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Das Virus Covid-19 wird Unternehmenskrisen auslösen.

Was Unternehmen bei der Krisenkommunikation und dem Umgang mit den Mitarbeitern beachten sollten:


Die aufgrund des Corona-Virus anstehende Rezession wird mit Sicherheit Arbeitsplätze kosten. Die Art und Weise, wie eine vertrauensbildende Unternehmenskommunikation stattfindet und wie mit Betroffenen und Beteiligten umgegangen wird, ist ein entscheidender Faktor für die künftige Motivation und Identifikation der Mitarbeiter. Deswegen möchte ich hier einige Tipps geben, was in solchen Situationen unternommen werden sollte. Vor der geplanten Kommunikation

  1. Bereiten Sie Ihre Führungskräfte gut vor. Es sollte ein einheitliches Verständnis über die Art und Weise geben, wie man mit betroffenen Mitarbeitern umgeht und es sollten diverse Maßnahmen (siehe unten) zur Begleitung der Mitarbeiter verabschiedet sein. Wenn noch keine oder wenig Erfahrung mit solchen Situationen vorliegt, sollten die Führungskräfte ein kurzes Training erhalten, in dem der Umgang mit Emotionen und unterschiedliche Tools (z. B. Moderationsleitfäden für Meetings und Workshops zum Thema mit den Mitarbeitern) trainiert werden.

  2. Schreiben Sie einen präzisen Kommunikationsplan (Wer kommuniziert was und an wen?).

  3. Formulieren Sie das Modell „why, how, what“ (vgl. Simon Sinek) der Maßnahmen in der Länge einer PPT-Seite, einer DIN-A4-Seite und ausführlich auf drei DIN-A4-Seiten. So steht für jeden Kommunikationsbedarf eine Variante zur Verfügung.

  4. Mit besonders betroffenen Mitarbeitern sollte kurz vor der Verkündung ein Einzelgespräch geführt werden. Es sollte kein besonders betroffener Mitarbeiter in einem Town Hall Meeting von seiner Freisetzung erfahren. Während der Verkündung

  5. Kommunizieren Sie ehrlich, klar und emphatisch. Schaffen Sie Vertrauen anstatt Verwirrung – ohne langes Umschweifen und auf das Wesentliche konzentriert.

  6. Stellen Sie Ihre Kommunikation auf die Belegschaft ein, damit Sie verstanden werden.

  7. Geben Sie bekannt, welche nächsten Schritte geplant sind. Nach der Verkündung

  8. Die Führungskräfte gehen mit ihren Mitarbeitern direkt in einen Besprechungsraum/großes Büro und sprechen über das Gehörte. Fragen werden beantwortet, offene Fragen gesammelt. Die Führungskraft bespricht, in welchen Abständen eine Regel-Kommunikation zu diesem Thema stattfinden soll und sichert zu, dass sie neue Informationen sofort weitergibt (soweit möglich).

  9. Die Führungskraft stellt sich auch für Einzelgespräche zur Verfügung.


Worin liegt das Problem schlecht begleiteter Reorganisationen und Entlassungen?

Wenn Mitarbeiter mit Ärger und Enttäuschung das Unternehmen verlassen, oder aber sich schlecht begleitet fühlen, wirkt sich das nicht nur massiv auf die Psyche des „gehenden Mitarbeiters“ aus, sondern ebenso auf die Haltung der bleibenden Mitarbeiter gegenüber dem Unternehmen, denn die Projektion dessen, was gerade geschieht, auf die eigene Person ist naheliegend. Wenn mehrere Kommunikations- oder Handlungsabläufe von den Mitarbeitern als schlecht, würdelos und kalt erlebt werden, ist der Identifikations- und Loyalitätsschwund besonders massiv. Die Koppelung zum Unternehmen wird lockerer und gerade gute Mitarbeiter stehen einem Wechsel zu einem anderen Unternehmen immer offener gegenüber. Und noch eines „on Top“: Das organisationale Gedächtnis arbeitet gut. Fehltritte und unschöne Umgangsweisen werden Ihnen auch noch in 10 Jahren vorgehalten, selbst wenn es keinen Mitarbeiter aus dieser Zeit mehr geben sollte.