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ZUKUNFTSFÄHIG WERDEN - ohne agile Arbeitsweisen, Selbstorganisation & Co. weiter zu verbrennen

Wie können wir "Unternehmen mit Historie" zukunftsfit machen, ohne agile Arbeitsweisen, Selbstorganisation & Co. weiter zu verbrennen?


Die Unternehmen, die sich jahrzehntelang in einem sicheren Markt befunden haben und ihrem Personal sichere Arbeitsplätze ermöglicht haben, sind größtenteils in einer Entwicklungskrise. Warum?

Wir können auch anders starten: Was passiert, wenn wir glauben, dass wir gesund und attraktiv sind? Ändern wir dann unsere Lebensgewohnheiten? Werden wir dann anfangen Sport zu treiben oder eine strikte Diät machen, wenn das absolut nicht unser Ding ist? Sicherlich nicht. Oftmals ist Feedback und „Schmerz“ ein starker Treiber für Veränderung. Wenn diese Treiber ausbleiben, ist Weiterentwicklung ein Attribut der intrinsisch motivierten Mitarbeiter:innen.


Viele Unternehmen haben sich im Laufe der Jahre zu Bedürfnisbefriedigungs-Oasen entwickelt. In diesen Unternehmen ist die stete Aufgabe des Managements Bedürfnisse des Personals zu antizipieren und diese mit Wertschätzung „um jeden Preis“, Support, gutem Kantinenessen, Fitness-Studios, vielen Urlaubstagen und bis zu 15 Monatsgehältern bei Laune zu halten ohne Gegenleistung in Form von Kundenorientierung, Flexibilität, Wertschöpfungsorientierung usw. zu erwarten oder gar zu bekommen. Häufig ist sogar individuelle Leistungsmessung in diesen Unternehmen betriebsrätlich untersagt. All das wäre im derzeitigen Kampf um die Talente und Anforderungen junger Generationen sogar wünschenswert, wenn die Performance und die Zukunftsorientierung stimmen würden. Ein wichtiges kuratives Ordnungsprinzip, der „Ausgleich von Geben und Nehmen“ ist gestört und „torpediert“ vulnerable und wichtige Erfolgsfaktoren in Unternehmen.


Das ist m.E. der Grund, warum in vielen Unternehmen der Wandel nicht Zuhause ist und Weiterentwicklung nur eine Tugend derjenigen war, die ganz nach oben wollten. Wollte man nur einen guten Job machen, hat man sich inhaltlich bemüht, vielleicht Prozesse weiterentwickelt und einmal pro Jahr einen Workshop besucht. Das was auf der Strecke geblieben ist, ist kontinuierliches Lernen und Entwicklung im Sinne des Unternehmens. Somit konnte sich in diesen Unternehmen keine Kultur etablieren, die auf Lernen und Entwicklung setzt und deren Strukturen mit diesen Erkenntnissen fortwährend angepasst wird.

Jetzt ist die Zeit gekommen und eine Lern- Kultur notwendig, wenn die Unternehmen mit Historie, die „Dinosaurier“, überleben wollen. Egal, ob eine neue Strategie erarbeitet, Prozesse reorganisiert, Systeme installiert oder sogar Personal abgebaut wird, es werden Mitarbeitende und Führungskräfte benötigt, die diese Prozesse führen, begleiten und tragen.


Da wir wissen, dass man eine Kultur nicht zielorientiert gestalten kann, werden Interventionen benötigt, die das System anstoßen, ohne es kaputt zu machen. "Anstoßen" bedeutet, dass Muster aufzubrechen und Veränderungen anzunehmen. "Kaputt machen" wäre, dass Mitarbeiter:innen (ungewollt) kündigen oder als Höchststrafe auf den Modus „Dienst nach Vorschrift oder noch weniger“ umschalten.